Der Energiewandel

Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung unsere Energieversorgung sicher zu gestalten. Der Energiehunger unserer modernen Lebensweise nimmt ungebremst zu. Ein Baustein im Energiemix sind Windkraftanlagen. Die einschlägigen Bundes- und Landesgesetze sollen deren Ausbau weiter fördern, obwohl die Stromproduktion unsicher und nicht grundlastfähig ist. Dennoch wurde die Suche nach geeigneten Flächen an Land intensiviert. Aber die Energieversorgung muss mit mindestens ebenso wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben wie Naturschutz, Artenschutz und Gesundheitsschutz in Einklang gebracht werden und wirtschaftlich bleiben.

Die Ausbauplanungen führen dazu, dass zunehmend auch ökologisch sensible Flächen und Flächen in unmittelbarer Nähe von Wohnbebauung in Betracht gezogen werden. Hier verkehrt sich die gute Absicht der Energiewende in ihr Gegenteil. Denn alternative Energien werden sinnlos, wenn sie das zerstören, was sie schützen sollen: Die Natur und die Lebensräume der Menschen.

Wo sollen die Windräder entstehen?

In der Samtgemeinde Jesteburg sind aktuell kleine isolierte Potenzialflächen im Gespräch. Sie liegen unmittelbar neben Landschafts- und Naturschutzgebieten, werden von Erholungsuchenden und Touristen gerne besucht und sind Heimat zahlreicher geschützter Tierarten.

Auf den Potenzialflächen in Itzenbüttel, Lüllau und Heusycken wäre Platz für ins gesamt 6–9 Windkraftanlagen (240–290m hoch). Im Entwurf der 2.Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) ist nun nur noch eine Fläche in Lüllau ausgewiesen. Hier könnten 3-5 Windkraftanlagen entstehen. Sie wären von der Wohnbebauung in Lüllau, Reindorf und Reindorfer Osterberg nur 600–800m entfernt und wären aus ganz Buchholz zu sehen und vermutlich auch zu hören.
Die Fläche in Heusycken wird trotz der Herausnahme aus dem RROP weiter beplant. Die Gemeinde müsste dafür den Flächennutzungsplan (F-Plan) ändern, und diese Änderung müsste der Landkreis genehmigen, wodurch ein klarer Widerspruch zur Fortschreibung des RROP entstünde. Offenbar sind die Planungen nicht auf den RROP beschränkt.
 (Link zu Keine Windkraft im Wald - Es gibt Alternativen)

Biologische Vielfalt schützen

Die gigantischen Anlagen verwandeln ökologisch wertvolle Landschaften und jahrhundertealte Dörfer in Industriegebiete. Die isolierte Lage erfordert die Schaffung zusätzlicher Infrastruktur mit weiterer Umweltzerstörung. In der weitgehend unbelasteten Umgebung unserer Dörfer beeinträchtigt der Betriebslärm Gesundheit und Lebensqualität der Menschen. Die Wohnorte werden unattraktiv und der Immobilienwert sinkt.
Naherholungsgebiete gehen verloren und die Lebensräume von Tieren sind unwiederbringlich zerstört. Die biologische Vielfalt in unserer abwechslungsreichen Natur droht verloren zu gehen. Die Schäden sind enorm und stehen in keinem Verhältnis mehr zum angestrebten Nutzen. 
Doch die Politik zieht in Betracht, ökologisch und touristisch wertvolle Flächen in der Samtgemeinde Jesteburg auszuweisen, obwohl Jesteburg seit kurzem Mitglied im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ ist. Für den Klimaschutz ist das kein Gewinn, sondern ein Verlust.

Unsere Forderungen

  1. Lehnen Sie Großwindkraftanlagen auf dem Gebiet der Samtgemeinde Jesteburg ab. Die Flächen sind klein, liegen isoliert und sind für Windkraftanlagen nicht geeignet.
  2. Sprechen Sie sich für die Errichtung von Windkraftanlagen an bereits vorbelasteten Standorten mit geeigneter Infrastruktur aus.
  3. Treffen Sie Maßnahmen zum Erreichen der Klimaneutralität, die auf die örtlichen Gegebenheiten wie intakte Natur und Wohnbebauung Rücksicht nehmen.
  4. Erhalten Sie große, zusammenhängende Flächen für Umwelt- und Naturschutz, Erholung und Lebensqualität.

Wo sollen die Windräder entstehen?

Mehrere Windkraftanlagen sind auf der Fläche zwischen Lüllau und Reindorf geplant. Mit der enormen Höhe von bis zu 280 m werden diese Giganten auch noch ohne Weiteres von Buchholz, Hanstedt, Holm-Seppensen und anderen Gemeinden aus sichtbar sein. Auch bei den Flächen in Itzenbüttel und Heusycken ist eine Bebauung mit großen Windturbinen noch nicht ausgeschlossen.
 

Die rot markierten Felder zeigen die Potenzialflächen für Windkraft unserer Region aus dem Jahr 2024. In der Samtgemeinde Jesteburg kleine, isolierte Flächen. Sie liegen unmittelbar neben Landschafts- und Naturschutzgebieten, werden von Erholungsuchenden und Touristen gerne besucht und sind Heimat zahlreicher geschützter Tierarten. Achtung an Holm-Seppensen und Sprötze – schaut mal was in den Lohbergen geplant wird!